Die DDR- Brauwirtschaft
Aufbau,Gesetze ,Vorschriften,Struktur und vieles mehr

alle Informationen von 1949-1990

Vorwort:

Hier habe ich für alle Sammler und Interessenten eine chronologische Auflistung erstellt um alle Informationen vom Anfang(1949) bis Ende (1990) der DDR-Brauwirtschaft einen Überblick zu verschaffen,wie ,was,wo und wann passiert ist.Ich denke für alle eine gute Informationsquelle um nachzuvollziehen wie in der "DDR" das Brauwesen in der Wirtschaft der "DDR" eine ganz wichtigen  Standpunkt besaß um den Bevölkerungsbedarf an Bier abzudecken.Weitere Informationen und Kritiken,wie auch Fehlerquellen an mich bitte senden.

1945-1952

Nach Kriegsende waren nicht nur viele Brauereien zerstört,sondern auch viele derer Besitzer und Arbeiter in diesen im Krieg gefallen.Eine Öffnung von vielen dieser Brauereien geschah nicht mehr und als Schliessung kann 1945  gelten,auch wenn andere Quellen ein älteres oder späteres Datum offiziell bekanntgegeben wurde.Desweiteren konnte aus Rohstoffmangel und Geldmangel vielerorts kein Bier gebraut werden.Es wurde n teilweise Alternativen hergestellt,die unter der Bezeichnung Bierähnliches Getränk oder auch  sogenanntes Schwachbier auf den Markt gelangten.Erst in den kommenden Jahren konnte der Braubetrieb in vielen mittleren und Kleinbrauereien aufgenommen werden,wobei zum anderen viele Großbrauereien aus den Großkonzernen einzeln ausgegliedert wurden.(Riebeck,Mitteldeutsche Engelhardt,Schultheiss u.a.)wurden wieder Einzelbetriebe.Die Umwandlung vieler Brauereien in volkseigene Betriebe erfolgte ab 1946.

1952-1964

Ein ganz wichtiges Jahr nicht nur für die Brauwirtschaft in der DDR .Eine neue geographische bzw. politische Struktur wurde offiziell  durchgesetzt.Die Länder Thüringen,Sachsen,Sachsen/Anhalt usw. wurden durchweg in Bezirke unterteilt,wobei auf landeszugehörige Teile hierbei keine Rücksicht genommen wurde.Teile bzw. Kreise wurden von Thüringen zu "sächsischen Kreisen" oder zu  Sachsen/Anhalt und auch andere Kreise wurden zusammengeschlossen zu Bezirken,die vorher so nicht zugehörig waren.Grund dafür war eine zentralgeleitete bzw.bezirks oder kreisgeleitete Industrie.Die Brauwirtschaft wurde zwangsverstaatlicht und unter VVB geführt(Vereinigung Volkseigener Betriebe)Viele mittelständige und Großbrauereien wurden enteignet.Kleinere private Braustätten behielten ihren Status.Später wurde aus VVB-VEB (Volkseigener Betrieb)Viele ehemalige Brauereinamen wurden vorerst noch behalten(VEB Riebeck,VEB Rose Brauerei Grabow,VEB Kindl usw.)Gleichfalls auch die Umbenennung von Chemnitz in Karl-Marx Stadt wurde zu dieser Zeit durchgeführt.Hinzu kamen gravierende Veränderungen in der Strukturierung der Brauwirtschaft.Jeder Bezirk wurde zentral von der Bezirksstadt aus geleitet,wobei neben Berlin-Ost es 14 Bezirke gab,die dann entweder unter VEB( B)= bezirksgeleitete Industrie oder VEB (K) =Kreisgeleitete Industrie unterstellt wurde.Es gab auch VEB (G) was bedeutete das dort die Gemeinde als Leitende Industrie verwaltet wurde.Diese Bezeichnungen (B) und (K) wechselten des öfteren so das hierkeine zeitliche Zuordnung bestimmt werden kann.Vielmals wurde auch darauf verzichtet,da es lediglich Verwaltungstechniche Eigenschaften hatte.Eine zeitliche Zuordnung der Etiketten ist somit nicht unbedingt verlässlich.Die Bieretiketten waren zu dieser Zeit unterschiedlicher Art.Teilweise wurde Standardetiketten verwendet,also Rechteckige oder ovale.Desweiteren zu dieser Zeit meistverwendete Flaschen waren die Bügelverschlußflaschen,wobei hier nur diese "Siegeletiketten"zur Verwendung gelangten(Halsetiketten,die den Verschluß überlappten und als Siegel galten um eine korrekte Abfüllung zu garantieren)Abfüllbetriebe hingegen verzichteten teilweise auf eine Überlappung und hier wurde das Etikett lediglich eingeklemmt.

Zu dieser Zeit waren auf dem Gebiet der "DDR" etwa noch 300 Brauereien tätig,die in den kommenden Jahren immer weniger wurden.Grund dafür waren veraltete Brauanlagen und Finanzen um restaurieren zu können.Der steigende "Bevölkerungsbedarf mußte aber gedeckt werden und der erste 5 Jahrplan und später der 7 Jahre Plan waren Richtlinien um den Betrieben eine Vorgabe zu geben,wieviel und welche Sorten zu produzieren sind.Größtenteils wurde Fassbier produziert,der teilweise einen Anteil von über 80% in verschiedenen Brauereien hatte.Flaschenabfüllung geschah meistens in Verlegerbetrieben,da die eigene Flaschenfüllanlagen teilweise überlastet waren,da auch neben Biere auch zu 90% in den Brauereien auch alkoholfreie Getränke hergestellt und abgefüllt wurden.

Hinzu kamen immer wieder Störungen im Rücklauf der Pfandflaschen und Brauereien konnten nicht abfüllen.Mängel in der Logistik führten dazu,das Sortimente gestrichen wurden.Das beliebte Doppelcaramel oder  Malzbier,Einfachbier und andere regionale Sorten verschwanden vom Markt oder wurden konzentriert in einzelnen Brauereien verstärkt hergestellt.Hier sollten die Brauereien in Naumburg oder Greußen genannt werden,die nur noch dunkle Biere herstellten.Wettbewerbe verstärkten den Qualitätsanspruch um auch nach außenhin gute Biere herzustellen.Auszeichnungen hierfür wurden dann später auf den Etiketten aufgeführt:

in den Jahren bis 1972 erfolgte keine große Veränderung im Sinne der Struktur und Leitung.Lediglich eine "TGL" wurde eingeführt,was vorschrieb,wie groß die Etiketten sein mußten,welche Farbe zu welchen Bier gehören mußte und auch was alles dort vermerkt sein mußte(Biersorte,Hersteller,Preis,Abfüller und ganz wichtig Datumsleiste)

1964-1967

Ab 1964 erfolgte Neugestaltung der Wirtschaftsorganisation.

1968-1972

Im Oktober erscheint eine Verordnung zur Bildung von Getränkekombinaten.Jeder Bezirk(15) bildet ein Kombinat,in dem alle Brauereien und Getränkehersteller zusammengefasst werden.Jeder Betrieb ist dem Kombinat unterstellt.Kombinatsleitung bzw.Sitz ist die Bezirkshauptstadt,wobei es 3 Ausnahmen gab.Suhl hatte sein Kombinatssitz in Meiningen,Halle war kurzzeitig Sitz,dann Dessau als Kombinatssitz gewählt,Der Bezirk Gera hatte zunächst Pößneck als Sitz,dann wurde Bad Köstritz gewählt und dann namentlich Umänderung in VEB Getränkekombinat Gera(Sitz unbekannt).Die fortschreitende Kombinatsbildung,die alle Getränkehersteller einschloß,erforderte zusätzliche Maßnahmen betreffs Herstellung und Vertrieb von Bier.

1972

Alle bisherigen halbstaatlichen Betriebe(KG) und alle privaten Betriebe über 10 Beschäftigte wurden zu VEB Betrieben zwangsverstaatlicht.Die Folge,viele Besitzer willigten nicht ein und schlossen ihre Betriebe.Die meisten anderen arbeiteten vorerst selbstständig und wurden früher oder später in die jeweiligen Kombinatsbetriebe eingegliedert.Einige Betriebe sind nur kurzzeitig VEB Betriebe geworden,bevor sie schlossen.Etiketten und Bierdeckel wurden zunächst aufgebraucht und erst viel später neue,teilweise Einheitsdeckel und Etiketten verwendet.In verschiedenen Kombinaten erschienen Einheitsetiketten,wo lediglich der abfüllende Betrieb eingeritzt oder eingebrannt wurde.Konsumenten wußten größtenteils nicht,wo ihr Bier herkam.

1975

Fortschreitende Kombinatsbildung,viele Brauereien wurden zu Betriebsteilen.Spezialisierungen führten zum Teil zum Wegfall von Brauorten.Die Gemeinschaftsetiketten beherrschten den Markt.Konsumenten gaben Beschwerden auf und nach einiger Zeit änderte sich das Bild wieder.

1982-1989

Braubetriebe,die oftmals ungenannt blieben oder als erloschen galten,wurden wieder selbstständiger.Alte und Neue Firmennamen tauchten auf .Es entstehen Spezialisierungen.Braubetriebe die nicht weit auseinanderlagen wurden zusammengefasst und und brauten größtenteils nur 2-3 Sorten,die dann unter Leitung der Hauptbrauerei vertrieben wurden.Die Zuordnung der unterstellten Brauerei wurde vorgeschrieben und mußte auf den Etiketten genannt werden.

Auf Grund mangelnder Belieferung von Gaststätten,Getränkehändlern u.a. wurden neue Verfahren entwickelt um schneller das Bier auf den Markt zu bringen.Sogenanntes "Silobier" aus Potsdam machte auf sich aufmerksam.Desweiteren wurden neue Brauereien gebaut(Dresden-Coschütz,Frankfurt/Oder,)aber auch einige alte Braustätten wurden ausgebaut und deren Kapazität erhöht(Dessau,Gotha).Es reichte trotzdem nicht,den teilweise steigenden Bedarf zu decken.Desöfteren kam es vor,das Bier in Kaufhallen zur Mangelware wurde.Zur Urlaubszeit an der Ostseeküste wurde sogar Bier auf Zuteilung verkauft und viele Brauereien mußten an die Küste zusätzlich Bier liefern.Gleichfalls wurden auch qualitative Ansprüche gestellt,so in der Lausitz,wo das einheimische Bier geschmäht wurde und man immer auf die Tanker aus Bad Köstritz wartete,wo in Spremberg dieses Bier zur Abfüllung gelangte.Einige Biersorten waren bevorzugt,jedoch die Herstellung nicht immer kontinuierlich möglich,da Mangel an Grundstoffen herrschte.

1990

Ab März/April 1990 wird jeder Braubetrieb seiner Eigenständigkeit wieder übergeben,wobei die Folge ist,das viele Brauereien dieses nicht überlebten.Etwa die Hälfte dieser schliesst gleich,weitere folgten kurze Zeit später.Übergangsformen(speziell auf Etiketten sichtbar) zeigten den Werdegang dieser Brauereien.In einigen großen Städten verschwanden für immer die alten Braustätten(Gera,Jena,Halle,Magdeburg,Dessau,Cottbus,Neubrandenburg).Der Grund hierfür sind nicht nur Absatzschwierigkeiten,wobei viele westliche Biersorten in den Kaufmärkten die einheimischen verdrängten,sondern auch Spekulanten,die die Brauereien zum Ruin führten.Die ersten Haus und Erlebnisbrauereien entstehen und ostdeutsche Brauereien finden wieder den Trend zur Erhöhung ihrer Produktion,wobei  Wernesgrün,Radeberg,Bad Köstritz,Wernigerode,Lübz sogar bundesweit den Vertrieb ausdehnten.

Erläuterungen zu den Abkürzungen

VVB= Vereinigung volkseigener Betriebe

VEB = Volkseigener Betrieb

VEB (B)  Betrieb wurde bezirksgeleitet

VEB (K) Betrieb wurde kreisgeleitet

VEB (G) Betrieb wurde gemeindegeleitet

BT= Betriebsteil

WT= Werkteil

Zeitliche Zuordnung von Bieretiketten in der DDR

DM=    1945-1964

MDN=  1964-1967

      M=     ab 1968

Wissenswertes für Sammler von DDR-Etiketten

Bieretiketten von Brauereien waren standardisiert vorgeschrieben(Ausnahmen bestätigen die Regel)

Die Abmessungen,Farben und Aufdruck waren unter TGL vorgeschrieben und mußten eingehalten werden.Durch diesen Standard sollte den Konsumenten es auch leichter gemacht werden,eventuelle Verwechslungen auszuschliessen.Größtenteils wurde dieses auch eingehalten und von einer VEB Brauerei genauso befolgt,wie von einer kleinen Privatbrauerei.

Die Standardabmessungen

90mm breit

60 mm hoch

Dieses wurde ab etwa 1968 eingeführt und durchgesetzt.Diese Abmaße galten für die 0,33 liter Flasche deren Einführung ab 1968 geschah.Die Einführung der 0,5 Liter Euroflasche danach wurde dann mit 96x67 mm vorgeschrieben.Bei zunehmender Papiereinsparung und somit Sparmassnahmen wurden dann folgende Regelungen vorgeschrieben.Die Etiketten wurden verkleinert.Standardetikett waren jetzt in der Abmessung von 80x60 mm zu verwenden für 0,33 Liter Flaschen.Nachdem dann zusätzlich auch zu dieser Füllmenge auch 0,5 Liter in den Brauereien zur Abfüllung gelangten wurde vorgeschrieben auf den Etiketten für beide Inhaltsmengen  den Preis zu drucken.So wurde wiederum eingespart.Ab 1985 als herausgebrachte Verordnung,das in jedem Bezirk ein sogenanntes "Delikatbier" zum Angebot gehören soll,wurde hierfür keine Reglementierung vorgeschrieben.Festgelegt wurde,das in jedem Bezirk ein solches Bier(nach Reinheitsgebot gebraut) zum Angebot gehören soll.was vorwiegend in seperaten "Delikatläden" nur zu bekommen war.Etiketten hatten keine Vorgabe über Größe,Farbe und Aussehen.Auch der Preis wurde nicht eingedruckt.Nach einiger Zeit brachten weitere Brauereien solche Delikatbiere heraus,so das hier die Delikatläden  des öfteren mit verschieden Bieren beliefert wurden,

DDR-Standard nach TGL der einzelnen Biersorten mit Vorschrift über Farbgestaltung

Folgende Biersorten wurden in DDR hergestellt und nachfolgen vorgeschrieben mit Farbanteilen  die jeweilige Biersorte zu deklarieren

01. Malzbier/Einfachbier/Malzgetränke

über 50% braun im Anteil des Etikettes

02.Doppelcaramel-Malzbier

über 50% blau im Anteil des Etikettes

03.Vollbier-Hell

über 50% gelb im Anteil des Etikettes

04.Deutsches Pilsner

über 50% im Anteil des Etikettes

05.Bockbier(hell und dunkel)

über 50% im Anteil des Etikettes

Die hier aufgeführten Sorten umfassten im Schnitt diec Produktpalette fast jeder Brauerei.Andere Biersorten und regionale Sorten werden hier aufgeführt.

Biersorten(regional und weniger verbreitete)

Vollbier Dunkel (im Bezirk Magdeburg erhältlich gewesen)

Pilsator(zum größten Teil nur auf Fass abgefüllt,weniger in Flaschen)

Edel-Bräu (zunächst in jedem Bezirk eine Braustätte als Hersteller,später auf weitere ausgedehnt)

Standardetikett und Motiv überall gleich

Spezialbier(nur von wenigen Braustätten bekannt,als besseres Pilsner eingestuft)

Festbier(diverse Jubiläen von Städten,Brauereien und DDR-Jahrestagen)

Delikatbiere(Zunächst von jeweils einer Braustätte im Bezirk produziert,dann auf weitere ausgedehnt)

Exportbier(die bekannten Brauereien Radeberg,Wernesgrün,Lübz,Sternburg Leipzig,Bürgerbräu Berlin verwendet)

Sonderbiere(Hausmarken)

Weißbier(Nur in Berlin und Jena-Wöllnitz bekannt)

Schwarzbier (nur in Bad Köstritz)

Märzen( nur in vereinzelten Braustätten hergestellt)

Porter( nur in einzelnen Braustätten hergestellt)

Diabetiker-Pilsner(zuerst vorgeschrieben jeweils eine Brauerei im Bezirk,dann auf weitere ausgedehnt)

Alt-Bier(Nur in Magdeburg bekannt)

Sport-Bräu(alkoholarmes Schankbier nur in Magdeburg bekannt)

Deutsches Spezial Pilsner(noch hochwertigers Pilsner als Spezial)

Wetere regionale Biersorten mit Namen oder Bezeichnungen lasse ich hier weg,da dieses zu unübersichtlich sein würde,

Die Gemeinschaftsetiketten der ehemaligen Bezirke Potsdam,Dresden,Schwerin,Neubrandenburg,Frankfurt/O. und Teilbetrieben von anderen

Brauereien sind leider für Sammler ein Problem der jeweiligen Zuordnung zu der richtigen Brauerei bzw. Braustätte.Hier sollte als Tipp gelten,immer den ersten Namen als Zuordnung zu verwenden.

Weitere Informationen hier demnächst









   



 

 

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